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Kinderkrankheiten

Durchfall beim Kind. Diese Hausmittel helfen

Durchfall beim Kind. Diese Hausmittel helfen
đŸ€’ Kind ist krank

Magen-Darm-Infekte gehören zu den hĂ€ufigsten Erkrankungen im Kindesalter – und Eltern sind hĂ€ufig ratlos, wie sie ihrem Kind bei Erbrechen und Durchfall helfen können. Die gute Nachricht: Die meisten FĂ€lle sind gut zu Hause zu begleiten!

Hier erklĂ€re ich euch, was wirklich hilft, was ĂŒberbewertet wird – und wann ihr zum Arzt mĂŒsst.

Was ist eigentlich ein Magen-Darm-Infekt?

Die meisten Durchfallerkrankungen bei Kindern sind infektiös bedingt. Der grĂ¶ĂŸte Teil ist durch Viren verursacht – z.B. durch Noroviren, Rotaviren oder Enteroviren. Manchmal stecken auch Bakterien (z.B. Salmonellen) dahinter, noch seltener Parasiten. Das Ergebnis ist immer dasselbe: Die Darmschleimhaut ist entzĂŒndet, FlĂŒssigkeit wird schlechter aufgenommen, der Darm lĂ€uft schneller – Durchfall und manchmal Erbrechen sind die Folge.

Das Wichtigste: FlĂŒssigkeit und Elektrolyte

Der grĂ¶ĂŸte Risikofaktor bei Durchfall beim Kind ist die Austrocknung (Dehydration). Besonders Babys und Kleinkinder verlieren bei Durchfall und Erbrechen schnell zu viel FlĂŒssigkeit und Elektrolyte (Natrium, Kalium, Zucker).

Orale Rehydrationslösung (ORL)

Das ist das einzig wirklich evidenzbasierte Hausmittel bei Durchfall bei Kindern. ORL-Lösungen (z.B. OralpĂ€don, Elotrans) enthalten die richtige Balance aus Salzen und Zucker, die der Körper braucht, um FlĂŒssigkeit effektiv aufzunehmen. Ihr könnt auch selbst eine solche Elektrolytlösung nach WHO-Rezept herstellen:

WHO-Elektrolytlösung – selbst angerĂŒhrt
  • 1 Liter Wasser (abgekocht oder stilles Mineralwasser)
  • 4 TL Zucker
  • œ TL Salz
  • optional 1 Tasse Orangensaft (fĂŒr Kalium)
Anwendung: Kleine Mengen, oft – alle 5–10 Minuten 1–2 Teelöffel. Bei Erbrechen: erst 20–30 Minuten warten, dann wieder beginnen. Nicht erzwingen.

Was taugen die klassischen Hausmittel?

Essen: Was und wann?

Die alte Empfehlung war Nahrungskarenz fĂŒr 1–2 Tage. Die aktuelle Empfehlung: So frĂŒh wie möglich wieder essen lassen, wenn das Kind möchte. Leichte Kost: Zwieback, Reisschleim, Banane, Karotte, Toast. Keine fettigen oder stark gewĂŒrzten Speisen.

Bei gestillten Babys: Weiterstillen – Muttermilch schĂŒtzt und enthĂ€lt Antikörper.

Was ihr nicht tun sollt

Das auf keinen Fall tun
  • Kein Loperamid (Imodium) bei Kindern unter 12 Jahren ohne Ă€rztliche RĂŒcksprache – hemmt die DarmtĂ€tigkeit und verhindert die Ausscheidung der Erreger
  • Keine Antibiotika bei viralen Infekten – die meisten Magen-Darm-Infekte sind viral, Antibiotika wirken nicht gegen Viren

Zeichen von Austrocknung erkennen

Achtet auf diese Warnsignale – sie zeigen, dass euer Kind zu viel FlĂŒssigkeit verliert:

Warnsignale Austrocknung
  • Weniger Urin als sonst
  • Trockene SchleimhĂ€ute (trockener Mund, keine TrĂ€nen beim Weinen)
  • Eingefallene Augen
  • Schlaffe Haut (Hautfalte bleibt kurz stehen)
  • Extreme Schlappheit oder Reizbarkeit
  • Gewichtsabnahme innerhalb weniger Tage

Wann zum Arzt?

  • Zeichen von Austrocknung (siehe oben)
  • Blut im Stuhl
  • Hohes Fieber bei Babys unter 6 Monaten
  • Erbrechen bei Neugeborenen (unter 3 Monate)
  • Starke Bauchschmerzen
  • Durchfall lĂ€nger als 3–5 Tage

Rotavirus-Impfung: Der beste Schutz

Rotaviren sind die hĂ€ufigste Ursache fĂŒr schwere Magen-Darm-Infekte bei Babys unter 2 Jahren. Die Rotavirus-Schluckimpfung ist seit 2013 von der STIKO empfohlen und wird im 2., 3. und 4. Lebensmonat gegeben (je nach Impfstoff 2 oder 3 Dosen).

Fazit

Bei Durchfall und Erbrechen gilt: FlĂŒssigkeit und Elektrolyte sind die entscheidende Maßnahme. Orale Rehydrationslösungen sind daher das beste Hilfsmittel. FrĂŒh wieder essen lassen kann helfen, aber nur wenn das Kind möchte.

Bei Kind krank – immer gut informiert sein

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HĂ€ufige Fragen

Wie lange ist ein Kind mit Magen-Darm ansteckend?â–Ÿ
Bei viralen Infekten oft noch bis zu 2 Wochen nach Abklingen der Symptome (besonders Noroviren). GrĂŒndliches HĂ€ndewaschen ist entscheidend.
Darf mein Kind mit Durchfall in den Kindergarten?â–Ÿ
Nein – nach § 34 IfSG dĂŒrfen Kinder mit infektiösem Durchfall nicht in Gemeinschaftseinrichtungen, bis sie 48 Stunden symptomfrei sind.
Helfen Probiotika bei Durchfall?â–Ÿ
Bestimmte Probiotika (Lactobacillus rhamnosus GG, Saccharomyces boulardii) können die Dauer des Durchfalls leicht verkĂŒrzen – aber der Effekt ist moderat. Kein Ersatz fĂŒr Rehydrierung.
Was ist, wenn mein Baby keine ORL trinken will?â–Ÿ
Versucht es mit einem Löffel, einer Spritze (ohne Nadel), oder mit einem Schnuller als Auftrager. Etwas sĂŒĂŸen (wenige Tropfen Orangensaft) kann helfen. Auch Wassereis kann zur Not etwas FlĂŒssigkeit und Zucker ersetzen.
Quellenangaben
  1. ESPGHAN Guidelines: Acute Gastroenteritis in Children. J Pediatr Gastroenterol Nutr. 2014. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  2. WHO: The Treatment of Diarrhoea – A Manual for Physicians. who.int
  3. RKI – Durchfallerkrankungen. rki.de
  4. Szajewska H et al.: Lactobacillus rhamnosus GG for acute gastroenteritis in children – Meta-analysis. Aliment Pharmacol Ther. 2019. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  5. STIKO – Rotavirusimpfung: Empfehlung 2021. rki.de/stiko

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