Dein Kind weint plötzlich auf und greift sich ans Ohr â das könnte eine MittelohrentzĂŒndung sein! Leider kann dein Kind dir noch nicht sagen, ob ihm wirklich die Ohren wehtun. Wann solltest du also zum Arzt gehen? Ist ein Antibiotikum nötig? Hier bekommst du Antworten.
| đź HĂ€ufigstes Symptom nach ErkĂ€ltung | ~80 % aller FĂ€lle heilen ohne Antibiotika | 48 h abwarten ist oft die richtige Entscheidung |
Warum bekommen Kinder so oft Ohrenschmerzen?
Ohrenschmerzen treten bei Kindern hĂ€ufig im Zusammenhang mit einer ErkĂ€ltung auf. Wenn die Nase lĂ€uft und die SchleimhĂ€ute geschwollen sind, wird das Mittelohr nicht mehr richtig belĂŒftet. Dadurch entsteht Druck, der Schmerzen verursacht â und manchmal auch eine eitrige MittelohrentzĂŒndung.
Besonders kleine Kinder (unter 2 Jahren) sind anfĂ€lliger, weil ihre Eustachische Röhre â der Kanal, der Mittelohr und Rachen verbindet â kĂŒrzer und flacher verlĂ€uft als bei Erwachsenen. Keime gelangen dadurch leichter ins Mittelohr.
Babys können nicht sagen, wo es wehtut. Achte auf: Greifen ans Ohr, ungewöhnliches Schreien (vor allem nachts), Fieber, Trinkunlust, hÀufiges Aufwachen und allgemeine Unruhe.
Die gute Nachricht: Meist heilt es von allein
Die meisten MittelohrentzĂŒndungen werden durch Viren ausgelöst. Deshalb helfen Antibiotika in der Mehrzahl der FĂ€lle gar nicht â und werden auch nicht gebraucht. Der Körper schafft das selbst.
Was wirklich hilft, sind Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol (als Saft oder ZĂ€pfchen). Sie lindern die Ohrenschmerzen, helfen beim Einschlafen und sorgen dafĂŒr, dass dein Kind wieder trinkt und sich wohler fĂŒhlt.
Hausmittel bei Ohrenschmerzen
ZusÀtzlich zu Schmerzmitteln können diese Hausmittel Linderung verschaffen:
| ZwiebelsĂ€ckchen Ein altbewĂ€hrtes Hausmittel â wirkt nicht bei jedem, kann aber Linderung verschaffen | WĂ€rme Warmes Stirnband oder WĂ€rmflasche am Ohr â viele Kinder empfinden das als angenehm | Nasentropfen Abschwellende Tropfen erleichtern Nasenatmung und verbessern BelĂŒftung des Mittelohrs |
Abschwellende Nasentropfen sollten nicht lĂ€nger als 7 Tage am StĂŒck angewendet werden â danach kann eine Gewöhnung eintreten.
Wann musst du unbedingt zum Arzt?
In den meisten FÀllen kannst du 48 Stunden abwarten. Aber es gibt Zeichen, bei denen du sofort Àrztliche Hilfe aufsuchen solltest:
- dein Kind jĂŒnger als 6 Monate ist
- beide Ohren betroffen sind
- du eitrigen Ausfluss aus dem Ohr bemerkst
- das Fieber hoch ist und anhĂ€lt (ĂŒber 3 Tage)
- du eine Schwellung hinter dem Ohr bemerkst oder das Ohr absteht â das kann eine Mastoiditis sein!
- dein Kind sich stark verschlechtert oder sehr schwach wirkt
Wenn das Ohr abstehend wirkt, hinter dem Ohr gerötet oder geschwollen ist: sofort zum Arzt. Eine Mastoiditis (EntzĂŒndung des Warzenfortsatzes) ist selten, aber ernst zu nehmen und muss behandelt werden.
Wann braucht ein Kind Paukenröhrchen?
Ein kurzfristiger Paukenerguss nach einer MittelohrentzĂŒndung ist hĂ€ufig und löst sich meistens von alleine wieder auf. Dein Kind kann danach vorĂŒbergehend schlechter hören â das ist normal und kein Grund zur Panik.
Ein HNO-Besuch lohnt sich jedoch, wenn:
- dein Kind stĂ€ndig FlĂŒssigkeit im Ohr hat (ĂŒber 3 Monate)
- es anhaltend schlechter hört
- die Sprachentwicklung verzögert ist
- es sehr hĂ€ufig MittelohrentzĂŒndungen bekommt (mehr als 3â4 pro Jahr)
Paukenröhrchen werden ambulant eingesetzt und helfen dabei, FlĂŒssigkeit dauerhaft abzuleiten und das Hörvermögen zu verbessern. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten.
Fazit: Das hilft wirklich
Ohrenschmerzen bei Kindern sind hĂ€ufig â und meistens nicht gefĂ€hrlich. Das Wichtigste in Kurzform:
- Schmerzmittel (Ibuprofen oder Paracetamol) lindern zuverlÀssig
- Antibiotika sind meistens nicht nötig â die meisten FĂ€lle heilen von allein
- WÀrme und Hausmittel können zusÀtzlich helfen
- 48 Stunden abwarten ist oft die richtige Entscheidung
- Und vor allem: viel Kuscheln! đ€
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