Rote Flecken, Bläschen, Pusteln, flächiger Ausschlag – der Ausschlag beim Kind ist einer der häufigsten Gründe, warum Eltern in die Kinderarztpraxis kommen. Und die Spanne ist groß: von völlig harmlos bis behandlungsbedürftig.
Als Kinderarzt zeige ich euch heute die häufigsten Ursachen – damit ihr besser einschätzen könnt, was gerade los ist.
Die häufigsten Ursachen im Überblick
1 Virusinfekte
Viele Viren verursachen Hautausschläge als Begleiterscheinung – das nennt man auch ein „Exanthem". Der bekannteste Virus: das Drei-Tage-Fieber – typisch hier ist sehr hohes Fieber für 3 Tage, dann bricht das Fieber weg und ein fleckig-rosiger Ausschlag bricht aus. Dieser Ausschlag ist zum Glück harmlos. Auch andere Viren (z.B. Adenoviren, Enteroviren) können Ausschläge verursachen. Typischerweise sind diese Virus-Exantheme symptomarm – sie jucken oder brennen nicht und müssen daher auch nicht behandelt werden.
2 Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Typisch: Bläschen im Mund, an Händen und Füßen, manchmal auch am Po – begleitet von leichtem Fieber und Unwohlsein. Sehr ansteckend, der Krankheitsverlauf ist meist mild und die Bläschen heilen von selbst ab. Nur bei ausgeprägtem Befund können lokal betäubende Mundlösungen oder Schmerzsaft notwendig sein.
3 Windpocken (Varizellen)
Bei Windpocken sind stark juckende Bläschen typisch, die sich über den ganzen Körper ausbreiten – „Tautropfen auf Rosenblättern". Windpocken sind sehr ansteckend, aber inzwischen aufgrund der Impfung zum Glück selten geworden. Seit 2004 gibt es die Impfung, die für alle Kinder empfohlen ist und meistens als Kombination mit Mumps, Masern und Röteln geimpft wird.
4 Masern
Dunkelroter, flächiger Ausschlag, der hinter den Ohren beginnt. Typische Begleitsymptome: hohes Fieber, Husten, Bindehautentzündung.
5 Scharlach
Feinfleckiger, rauer Ausschlag (fühlt sich wie Schmirgelpapier an), begleitet von starkem Halsweh und Fieber. Auslöser sind Bakterien (A-Streptokokken) – und können daher mit Antibiotika (z.B. Penicillin) behandelt werden.
6 Allergischer Ausschlag (Urtikaria / Nesselsucht)
Typisch für die Urtikaria sind rote, erhabene, stark juckende Quaddeln, die kommen und gehen. Kann durch Lebensmittel, Medikamente, Insektenstiche oder Berührung ausgelöst werden. Meist harmlos – aber bei Atemnot oder Gesichtsschwellung unbedingt zum Arzt. Übrigens kann eine Urtikaria auch im Rahmen von Infekten auftreten. Bei Juckreiz kann euer Kinderarzt ein Antihistaminikum (z.B. Cetirizin) verschreiben.
7 Neurodermitis (Atopisches Ekzem)
Klassisch ist die chronische, trockene und stark juckende Haut – typisch an Ellenbogen, Kniekehlen oder im Gesicht. Neurodermitis ist eine genetisch bedingte Hauterkrankung mit gestörter Hautbarriere. Wichtig ist daher die tägliche Hautpflege mit rückfettenden Cremes – in Schüben können kortisonhaltige Präparate oder Calcineurin-Inhibitoren eingesetzt werden.
8 Windeldermatitis
Typisch sind gerötete, gereizte Haut im Windelbereich. Ursache: Feuchtigkeit und Reibung. Behandlung: häufiges Wechseln, Feuchttücher ohne Zusatzstoffe (am besten nur Wasser), zinkoxidhaltige Wundschutzcreme, frische Luft und „Windelfreie Zeit".
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Zum Kind-Krank-KursHäufige Fragen
- RKI – Infektionskrankheiten A-Z: Virusinfektionen bei Kindern. rki.de
- DGKJ – Hauterkrankungen im Kindesalter. dgkj.de
- Paller AS, Mancini AJ: Hurwitz Clinical Pediatric Dermatology, 5th Ed., 2016.
- Kinderärzte im Netz – Ausschlag beim Kind. kinderaerzte-im-netz.de




