Alle Eltern kennen die Sorge, dass dem eigenen Kind etwas Schlimmes passieren könnte. Natürlich will sich niemand vorstellen müssen, sein Baby reanimieren zu müssen. Aber genau deshalb sollten alle Eltern die Grundzüge der Reanimation kennen. Denn in den ersten Minuten, bevor der Rettungsdienst eintrifft, kann euer Handeln Leben retten.
Wann ist eine Reanimation nötig?
Wenn es zu einem Kreislaufstillstand kommt, ist die Reanimation die einzige lebensrettende Maßnahme. Schon nach drei bis fünf Minuten Sauerstoffmangel ist von einem dauerhaften Hirnschaden auszugehen. In Deutschland dauert es vom Absetzen des Notrufs bis zum Eintreffen des Rettungsteams im Schnitt neun Minuten – deshalb zählt jede Sekunde.
- nicht reagiert (nicht ansprechbar, keine Bewegung)
- nicht mehr atmet (kein Brustkorb-Heben, keine Atemgeräusche, nur Schnappatmung)
Schritt-für-Schritt: Reanimation beim Baby (unter 1 Jahr)
Reaktion prüfen
- Laut ansprechen: „Hörst du mich?", laut in die Hände klatschen
- Sanft an den Schultern rütteln (nicht schütteln!)
- Keine Reaktion → sofort 112 rufen (oder von anderer Person rufen lassen)
Atmung prüfen – „Sehen, Hören, Fühlen"
- Kopf in Schnüffelstellung bringen (Atemwege freihalten)
- Kurz in den Mund schauen: Gibt es sichtbare Gegenstände im vorderen Bereich?
- Sehen: Hebt sich der Brustkorb gleichmäßig?
- Hören: Ohr zum Mund/Nase – Atemgeräusche?
- Fühlen: Hand auf Brustkorb – Atembewegungen spürbar?
- Keine normale Atmung → Beatmungen beginnen!
5 Beatmungen
- Mund und Nase des Babys mit eurem Mund umschließen
- Kleine, sanfte Atemzüge einblasen – nur so viel, dass sich der Brustkorb leicht hebt
- Kein kräftiges Blasen – Babylungen sind klein
30 Herzdrücke
- 2 Finger auf das Brustbein setzen (unteres Drittel, unterhalb der Brustwarzen)
- 30 Mal drücken – Tiefe ca. 4 cm (ein Drittel des Brustkorbs)
Weiter im Verhältnis 30:2
- 30 Herzdrücke, 2 Beatmungen – immer weiter
- Bis das Baby sich bewegt und normal atmet
- Oder bis der Rettungsdienst übernimmt
Reanimation beim Kind (1–8 Jahre) – die Unterschiede
Die Grundprinzipien sind gleich – aber Kopfstellung, Beatmung und Drucktiefe unterscheiden sich:
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👶 Baby – unter 1 Jahr
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🧒 Kind – 1–8 Jahre
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Beatmung ohne Herzdrücke?
Wenn ihr euch bei der Beatmung nicht sicher seid: Herzdrücke alleine sind besser als nichts – zumindest bis Hilfe kommt. Bei Kindern ist Sauerstoffmangel häufig die Ursache eines Kreislaufstillstands, deshalb sind Beatmungen idealerweise dabei.
Im Erste-Hilfe-Kurs von deinkinderdoc lernst du Beatmung, Herzdrücke und den kompletten Ablauf der Reanimation – Schritt für Schritt mit Videos erklärt von Aaron. Inklusive Übungspuppe erhältlich.
Zum Erste-Hilfe-Kurs →Häufige Fragen
- European Resuscitation Council (ERC) Guidelines 2021 – Paediatric Life Support. erc.edu
- GRC (German Resuscitation Council): Reanimation von Säuglingen und Kindern. grc-org.de
- ILCOR Consensus on CPR Science 2020. ilcor.org




